Höheres Risiko bei Temperaturen über 24 Grad

Hitze begünstigt Schwangerschaftsdiabetes

Frauen, die während ihrer Schwangerschaft kälteren Temperaturen ausgesetzt sind, bekommen seltener Schwangerschaftsdiabetes als werdende Mütter, die sich in sehr heißem Klima aufhalten. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des St. Michael’s Hospital stmichaelshospital.com in Zusammenarbeit mit Kollegen des Institute for Clinical Evaluative Sciences www.ices.on.ca .

26. März 2024
Zufriedene schwangere Frau steht im Winter gut eingepackt auf einer Brücke.
Halfpoint/stock.adobe.com

Erhöhte Insulin-Sensitivität

In der Forschungsarbeit wird deutlich, dass schwangere Frauen, die in einer Umgebung mit einer Temperatur von etwa minus zehn Grad oder weniger leben, beinahe halb so oft an Gestationsdiabetes erkranken als jene, die Temperaturen von über 24 Grad ausgesetzt sind. In der Studie wurden 555'911 Geburten von 396'828 Frauen innerhalb von zwölf Jahren untersucht. Alle Frauen lebten in der Umgebung Torontos, waren jedoch zu verschiedenen Zeitpunkten schwanger. Der Temperaturunterschied war demnach groß.

"Viele würden denken, dass Frauen bei wärmerer Temperatur häufiger draußen und aktiver sind, was die Gewichtszunahme, die ein Grund für die Schwangerschaftsdiabetes sein kann, begrenzen würde", erklärt Mediziner Gilian Booth vom St. Michael's Hospital. Kälte könne laut aktuellen Forschungen jedoch die Insulin-Sensitivität erhöhen und deshalb für das geringere Risiko der Gestationsdiabetes verantwortlich sein.

Globale Erwärmung als Problem

Laut den Forschern ist es wichtig, die Fettproduktion genauer unter dem Aspekt der Temperatur des Umfeldes zu beobachten. "Das Risiko eines Schwangerschaftsdiabetes steigt mit steigendem BMI der Schwangeren vor Beginn der Schwangerschaft. Nachdem immer mehr Frauen im gebärfähigen Alter übergewichtig beziehungsweise adipös sind, ist es wesentlich diese Frauen zu informieren und zu motivieren, vor Beginn ihrer Schwangerschaft ihr Körpergewicht zu normalisieren", so Petra Rust vom Department für Ernährungswissenschaft der Universität Wien nutrition.univie.ac.at im Interview mit pressetext.

"Zudem hat die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft Einfluss auf das Risiko. Zur Prävention sollten sich Schwangere ausgewogen ernähren, eine Kost mit hohem Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln und hohem Ballaststoffanteil bevorzugen und in Bewegung bleiben", sagt Rust abschließend. Neben der Ernährung sei auch die Temperatur relevant.