Studie klärt auf

Mit zu viel Pasta droht ein Herzinfarkt

Raffinierte Kohlenhydrate, z.B. in Nudeln und Weißbrot, erhöhen das kardiovaskuläre Risiko um bis zu 50%

26. Juni 2021
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iStock/pixelliebe

Eine Nachfolgestudie der grossen Ernährungs-Kohortenstudie Studie PURE zeigt: Raffinierte Kohlenhydrate, z.B. in Nudeln und Weißbrot, erhöhen das Risiko für schwere kardiovaskuläre Erkrankungen, Schlaganfälle und einen vorzeitigen Tod um 50 Prozent.

Im Zuge der Raffination verlieren Getreide Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien, sowie essentielle Fettsäuren und sekundäre Pflanzenstoffe. Nach dem Essen führen sie zu einem stärkeren Anstieg der postprandialen Glukosespiegel, was zu einer Ausschüttung von Insulin führt, die Hypoglykämie, die Lipolyse, und die Stimulation von Appetit und Weiteressen stimuliert.

Um den Effekt von Kohlenhydratquellen zu untersuchen, unterteilten Forscher in der Prospective Urban Rural Epidemiological (PURE)-Studie diese in drei Untergruppen: raffinierte Getreideprodukte (z.B. Weißbrot, Nudeln oder süße Backwaren), Vollkornprodukte (z.B. Weizen, Roggen oder Haferflocken), und weißen Reis. Danach liessen sie die Teilnehmer ein Ernährungstagebuch führen, in dem sie vermerkten, wie oft sie welche Nahrungsmittel zu sich nahmen

Insgesamt zeichnete die Studie die Ernährungsgewohnheiten von knapp 140.000 Teilnehmern ohne bekannte kardiovaskuläre Vorerkrankungen über 16 Jahre hinweg auf. Die Teilnehmer kamen aus 21 Ländern aller Kontinente. Im Median verfolgten die Forscher die Entwicklung der Gesundheit der Teilnehmer für 9,5 Jahre.

 „Weiße“ Getreide erhöhten kardiovaskuläres Risiko stark

Das Ergebnis: Bei der Gruppe, die täglich mehr als 350 Gramm raffinierter Getreideprodukte zu sich nahm, war verglichen mit der Gruppe, die täglich nur 50 Gramm raffinierte Kohlehydrate ass, war das Risiko für einen vorzeitigen Tod um 27%, für schwere kardiovaskuläre Ereignisse (Tod durch kardiovaskuläre Ursachen, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz oder Schlaganfall) um 33%, und für Schlaganfälle um 47% erhöht.

Im Gegensatz dazu waren diese Ereignisse mit Vollkornprodukten oder weißem Reis erhöht. Insgesamt, so beobachtete die Studie, erhöhte sich das Mortalitätsrisiko mit 100 Gramm täglichem Weißbrot zusätzlich signifikant um fünf Prozent – mit 100 Gramm Vollkornweizenbrot oder Reis blieb es hingegen gleich.

Die Arbeit bestätigt frühere Veröffentlichungen, die den höheren gesundheitlichen Wert von Vollkorn gegenüber raffinierten Getreiden zeigen.

Referenz

Swaminathan S et al. Associations of cereal grains intake with cardiovascular disease and mortality across 21 countries in Prospective Urban and Rural Epidemiology study: prospective cohort study. BMJ 2021;372:m4948

https://www.bmj.com/content/372/bmj.m4948